Medikamente gegen Krätze

In den allermeisten Fällen ist die Behandlung der parasitären Hauterkrankung Krätze schmerzlos, unkompliziert und schnell.

Die typischen Symptome der Krätze (medizinisch Scabies) werden von Milben verursacht. Das prioritäre Ziel einer Krätze-Behandlung ist die vollständige Abtötung der Parasiten.

Zu den in der Krätze-Behandlung verwendeten Medikamenten zählen:

Permethrin

Permethrin gilt hier als Mittel erster Wahl und wird als Creme auf die gesamte Körperoberfläche mit Ausnahme der Körperöffnungen, der Schleimhäute und der Gesichtshaut, aufgetragen. In aller Regel ist für die erfolgreiche Behandlung ein einmaliges Auftragen ausreichend. Für einen optimalen Behandlungserfolg wird empfohlen, die Permethrin-Creme am Abend aufzutragen und diese am folgenden Morgen, frühestens jedoch nach 8 Stunden abzuwaschen.

Allethrin

Allethrin wird in Kombination mit Piperonylbutoxid als Spray eingesetzt und entsprechend auf die betroffenen Hautabschnitte gesprüht. Bei Patienten mit bestehenden Erkrankungen der Bronchien und Lungen kann eine Behandlung mit Allethrin zu ernsthaften Komplikationen im Bereich der Atemwege führen. Aufgrund möglicher Komplikationen wird Allethrin in aller Regel nur dann verwendet, wenn mit Permethrin nicht behandelt werden kann. Die Anwendung erfolgt gemäß dem Schema des Permethrin Präparates.

Benzylbenzoat

Benzylbenzoat ist eine hochwirksame Creme gegen Milben. Es findet in der Praxis allerdings weniger häufig Verwendung, da die Anwendung vergleichsweise kompliziert ist. die Anwendung gleicht den beiden vorgenannten Präparaten, muss jedoch ggfs. wiederholt werden.

Ivermectin

Ivermectin ist ursprünglich ein Wurmmittel und findet ebenfalls Anwendung zur Behandlung der Krätze. In Tablettenform wird Invermectin zweimal im Abstand von acht Tagen eingenommen.

apple-17528_640

In Ländern der Entwicklungszonen werden in der Krätze-Behandlung noch vermehrt schwefelhaltige Cremes verwendet. Aufgrund ihrer Giftigkeit und dem unangenehmen Geruch beim Auftragen auf die haut spielen diese In Deutschland allerdings keinerlei Rolle mehr.

Auch wurde bis vor einigen Jahren das Medikament Lindan häufig als Alternative zu Permethrin eingesetzt, mittlerweile verzichtet man jedoch aus Gründen der Giftigkeit ebenfalls darauf.

Alle vorgenannten Wirkstoffe zielen direkt auf die Milben ab. Nach dem Auftragen diffundieren die Permethrin-Salbe, das Allethrin-Spray sowie das Benzylbenzoat-Präparat in die Haut und töten die Parasiten ab. Die Ausnahme bildet das Ivermectin, welches die Milben quasi „von innen“ bekämpft.

Treten zwei Wochen nach der Erstbehandlung weiterhin oder erneut Anzeichen eines aktiven Milbenbefalls wie Milbengänge oder typische Hautveränderungen, so ist eine Wiederholung der Behandlung notwendig.

Bei gesunden Menschen ist bereits nach einer ersten ordnungsgemäß durchgeführten Krätze-Behandlung nach acht bis zwölf Stunden kein Ansteckungsrisiko für andere Personen mehr gegeben.

Sämtlichen Studien zufolge rufen die gängigen Krätze-Medikamente in nur seltenen Fällen Nebenwirkungen hervor. Zu diesen zählen unter anderem Hautausschläge, Durchfall oder Kopfschmerzen.

Bei der Krätze Behandlung gilt es zu beachten, dass der Zustand des Immunsystems der Patienten eine entschiedene Rolle spielt und daher bei einigen Patientengruppen Abweichungen im Behandlungskonzept möglich sind.